SAUM

SAUM

(Kluge 22) ‘genähter Rand’

(EWD) ‘umgebogener angenähter Stoffrand’

lat. Suere ‘zusammennähen’

mit l-Suffix auch SÄULE ‘Ahle des Schuhmachers, Pfiem’

SÄUMEN ‘mit einem Saum versehen’

SAUM (nur bei Kluge) ‘Last’ arch., bes. In SAUMTIER

entlehnt aus lat/gr sagma ‘Packsattel (bei Walde Saumsattel)

davon (angebl.) abzuleiten SÄUMEN ‘zögern, hinhalten

davon (wirkl.) abgeleitet VERSÄUMEN

                                         SAUMSELIG Neigung zum Säumen

             analog SAUMPFAD ’schmaler Weg durchs Gebirge, oder entlang der Flüsse (Treidelpfad)

Semantische Annäherung der beiden SAUM-Wörter durch Volksetymologie bzw Quereinfluss

Die SAUM-Pfade, -Straßen, -Wege sind immer auch hergestellte Wege am Rande, Rand-erscheinungen wie auch die SAUM-Schwelle ‘ein horizontaler boltzen, worauf die ständer und rahmen der stockwerke eines hauses ruhen’ (DW)

Saumselig sind auch die Gäste, die ihren Abschied hinauszögern, wenn sie auf der Türschwelle (über Gebühr) stehenbleiben.

Der Limbus (Ort für die ungetauften Kinder) ist der Saum der Unterwelt, nicht Hölle noch Fegefeuer. Man könnte auch vom Rand des Himmels sprechen.

Veröffentlicht in: on September 24, 2007 at 12:19 Kommentar schreiben

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