BLEIBEN

 „Ich möchte am liebsten weg sein und bleibe am liebsten hier“ W. Biermann

Diese innere Widersprüchlichkit zwischen dem Weg-gehen-wollen vor allem im jugendlichen Alter und dem BLEIBEN im trauten Heim bei der/dem Angetrauten wird verdeutlicht durch die Etymologie:

BLEIBEN ist ein präfigiertes älteres Simplex-Verb grm. *liban, von dem das ebenfalls untergegangene Kausativum ahd. LEIBEN ‘hinterlassen, übriglassen, übrigbleiben lassen’ abgeleitet ist.

Die Ausgangsbedeutung ist sehr konkret.

Aind. limpati ’schmiert, klebt(an), gr. lipos ‘Fett’, lit. lipti ‘kleben(bleiben), klebrig sein’.

Das EWD geht aus von der Wurzl ie. *leip ‘mit Fett beschmieren, kleben’ als einer Erweiterung der Wurzel ie*lei- (>LEIM), „so dass für BLEIBEN ‘klebenbleiben, haften’ auszugehen ist. (‘kleben’ ist angeblich nicht verwandt, stht aber sicher in einem semantischen Zusammenhang, es intensiviert die Bedeutung von ‘bleiben’.)

Veröffentlicht in: on Oktober 8, 2007 at 9:18 Kommentar schreiben

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